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Wie alles begann…

Wie alles begann…

Die Ausgrün­dung der Weiter­bil­dung an der FernUni­ver­sität – Chancen, Risiken und strate­gi­sche Bedeu­tung

Wie viele Hochschulen in Deutsch­land hat sich auch die FernUni­ver­sität in Hagen im Laufe der Jahre immer wieder mit der Frage beschäf­tigt, wie sie ihre Angebote im Bereich der Weiter­bil­dung besser struk­tu­rieren und weiter­ent­wi­ckeln könnte. Die Idee einer Ausgrün­dung im Weiter­bil­dungs­be­reich stand dabei mehrfach im Raum, um drei zentrale Ziele zu errei­chen:

  1. Bünde­lung der Angebote: Ziel war es, die bestehenden Weiter­bil­dungs­an­ge­bote zu konso­li­dieren und in ein profes­sio­nelles, quali­täts­ge­si­chertes Portfolio zu überführen. Davon sollten nicht nur die Lehrenden profi­tieren, sondern auch die inter­es­sierten Lernenden, die durch ein klar struk­tu­riertes Angebot besser bedient werden können.
  2. Outsour­cing des finan­zi­ellen Risikos: Weiter­bil­dung ist für Hochschulen tradi­tio­nell mit finan­zi­ellen Risiken verbunden – sei es durch schwan­kende Teilneh­men­den­zahlen oder durch unsichere Finan­zie­rungs­quellen. Eine Ausgrün­dung sollte diese Risiken minimieren und ausla­gern.
  3. Stärkung der Außen­wahr­neh­mung: Die FernUni­ver­sität Hagen wird bereits seit langem als führende Insti­tu­tion für univer­si­täre Weiter­bil­dung wahrge­nommen. Eine klare Positio­nie­rung in diesem Bereich sollte die Rolle der Univer­sität als Vorrei­terin im lebens­langen Lernen weiter festigen.
Der Weg zur Ausgrün­dung

Die Idee, die Weiter­bil­dung in einer zentralen Einheit zu bündeln oder auszu­gründen, wurde an der FernUni­ver­sität über viele Jahre – oft auch kontro­vers – disku­tiert. Bereits auf Initia­tive einiger Lehrenden hatten sich sehr erfolg­reiche Weiter­bil­dungen etabliert. Gleich­zeitig bestand der Wunsch, der Weiter­bil­dung ein stärkeres Profil zu verleihen und schneller auf Anfragen externer Akteure reagieren zu können. Dies war jedoch aufgrund der Restrik­tionen einer öffent­lich-recht­li­chen Einrich­tung nie so schnell und zielge­richtet umsetzbar, wie es nötig gewesen wäre, um auf dem Markt erfolg­reich neue und innova­tive Weiter­bil­dungen anzubieten. Ich habe diese Diskus­sionen über die Jahre verfolgt und dabei nicht nur politi­sche und strate­gi­sche Überle­gungen wahrge­nommen, sondern auch persön­liche Eindrücke gesam­melt.

Die entschei­dende Wende: Strate­gi­sche Führung und Vision

Ein bedeu­tender Wende­punkt in der Entwick­lung der Weiter­bil­dung an der FernUni­ver­sität war die Wahl von Profes­sorin Dr. Ada Pellert zur Rektorin im Jahr 2016. Sie erkannte sofort das Poten­zial der FernUni­ver­sität, sich als Insti­tu­tion des lebens­langen Lernens auch in der Weiter­bil­dung stärker zu positio­nieren. Daher setzte sie die strate­gi­sche Neuaus­rich­tung der Weiter­bil­dung auf ihre Agenda. Bereits zu Beginn ihrer Amtszeit lud sie die Weiter­bildner der FernUni­ver­sität regel­mäßig ein, um sie zu würdigen und in den Prozess der Neuge­stal­tung einzu­binden.

Die Neuaus­rich­tung der Weiter­bil­dung wurde zu einem der strate­gi­schen Ziele der ersten Stunde. Nach anfäng­li­chen Diskus­sionen und internen Projekten, die sich über zwei Jahre erstreckten, fiel schließ­lich die Entschei­dung: Die Weiter­bil­dung soll ausge­gründet werden. Dieser Schritt mündete letzt­lich in der Gründung der „FernUni­ver­sität in Hagen – Institut für wissen­schaft­liche Weiter­bil­dung GmbH“. Am 22. Oktober 2019 war es dann soweit: gemeinsam mit der Rektorin durfte ich als Geschäfts­füh­rerin die Gründungs­ur­kunde unter­schreiben.

Chancen und Risiken der Ausgrün­dung

Eine solche Ausgrün­dung birgt zahlreiche Chancen, aber auch Risiken. Einer­seits eröffnet sie die Möglich­keit, die Weiter­bil­dung profes­sio­nell zu organi­sieren, flexi­bler auf Markt­be­dürf­nisse zu reagieren und neue Zielgruppen zu erschließen. Die klarere Trennung von univer­si­tären Struk­turen kann zudem helfen, finan­zi­elle Risiken zu minimieren.

Anderer­seits muss sich die Univer­sität stets bewusst machen, dass sie mit diesem Schritt auch die Verant­wor­tung übernimmt, unter­neh­me­risch zu handeln und nicht den Mecha­nismen eines öffent­li­chen Haushalts zu folgen. Die Ausgrün­dung erfor­derte Mut – und der weitere Weg erfor­dert diesen Mut ebenso, um die bisher sehr positive Entwick­lung fortzu­setzen, selbst wenn die Entwick­lung einmal stagniert oder rückläufig sein sollte.

Ausblick

Nach fünf Jahren haben wir unsere Ziele erreicht. Den Break-even haben wir ein Jahr früher als geplant erreicht – trotz der schwie­rigen gesell­schaft­li­chen und wirtschaft­li­chen Zeiten. Jetzt ist es an der Zeit, die nächste Entwick­lungs­stufe anzugehen, mehr Innova­tionen zu wagen und die ersten Schritte in Richtung Inter­na­tio­na­li­sie­rung zu gehen. Ich bin sehr zuver­sicht­lich, dass uns dies als #TeamFeUW gelingen wird. Wir können positiv in die Zukunft blicken, denn wir wissen nun, dass wir viel errei­chen können, wenn wir beharr­lich nach kreativen Lösungen suchen, um unsere Ziele zu errei­chen.

Diese Entwick­lung wäre ohne den Willen des Rekto­rats, die Offen­heit und Unter­stüt­zung der Lehrenden sowie der zahlrei­chen Unter­stützer aus Wissen­schaft und Verwal­tung nicht möglich gewesen. Und last but not least, dem großar­tigen Team der FeUW!

Fortset­zung folgt…

Foto: Hagen, 27.02.2020 Fernuni­ver­siät Hagen FU Hagen / Volker Wiciok

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