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Höher? Weiter? Bildung! – Der Erfah­rungs­aus­tausch

Höher? Weiter? Bildung! – Der Erfah­rungs­aus­tausch

Mit unserer neuen Reihe “Weiter? – Bildung! – Der Erfah­rungs­aus­tausch”, möchten wir zusätz­lich zu unseren Alumnis, auch unseren noch Studie­renden eine Stimme geben. Hier lesen Sie künftig über die bishe­rigen Erfah­rungen, welche unsere Studie­renden in und mit ihrem aktuellen Studium machen. Starten möchten wir mit Frau Ursular Gaillard, Studentin des weiter­bil­denden Studiums Syste­mi­sches Coaching.

„Man muss sehr gut auf sich selbst schauen“

Zweiein­halb Minuten sind nicht lang. Wohl aber, wenn man so lange die Luft anhält. Das schafft Weiter­bil­dungs-Studentin Ursula Gaillard. Die schwei­ze­ri­sche Hobby-Apnoe-Taucherin studiert Syste­mi­sches Coaching am Institut für wissen­schaft­liche Weiter­bil­dung an der FernUni­ver­sität. Wie man mit Ressourcen umgeht, ist sowohl beim Tauchen als auch in Beratungs­si­tua­tionen von zentraler Bedeu­tung.

Ressourcen schonen, Ressourcen aktivieren

„Man muss sehr gut auf sich selbst schauen“, erklärt Ursula Gaillard. Es gehe darum, keine unnötige Energie zu verbrau­chen, um die Zeit ohne Luft verlän­gern zu können. Wenn unser Körper signa­li­siert, dass er keine Luft mehr hat, ist circa die Hälfte des Sauer­stoffs verbraucht – weitere 50% stehen ihm noch zur Verfü­gung. Das Poten­zial der vorhan­denen Ressourcen ist uns oft nicht bewusst. Persön­liche Grenzen auszu­loten macht uns diese zugäng­lich. Dies schaffe Erfah­rungen, die sich auch auf den Alltag anwenden lassen. „Auf sich selbst schauen“ ist ebenso eine Kompe­tenz, die bei dem Weiter­bil­dungs­stu­dium „Syste­mi­sches Coaching“ im Mittel­punkt steht. Denn das Angebot vermit­telt nicht nur Fachwissen, sondern regt auch die Persön­lich­keits­ent­wick­lung an, die in beglei­tenden Super­vi­sionen reflek­tiert wird.

Ebenso wichtig: das Gegen­über in seinen Bezie­hungen einge­bettet sehen. So können Coaches in beratenden Situa­tionen auf Augen­höhe Ressourcen in Coachees aktivieren, um sie bei der Errei­chung ihrer Ziele zu unter­stützen. Das ist der spezi­elle Ansatz des syste­mi­schen Coachings. „Ich betrete jedes Mal wieder Niemands­land. Wie gehe ich vor? Was sind meine blinden Flecken?“, fasst Gaillard die Situa­tion in Beratungs­ge­sprä­chen zusammen.

Kompe­tenz­ent­wick­lung und Hinter­grund­wissen

Als Beraterin hat Ursula Gaillard bereits Erfah­rung. Die 62-jährige studierte Philo­so­phin und Histo­ri­kerin arbeitet in Bern als Jobcoach für Stellen­su­chende mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Damit der Einstieg in die Arbeits­welt gelingt, müssen auch hier die vorhan­denen und mögli­chen zu entwi­ckelnden Ressourcen bewusst gemacht werden. Im November 2022 hat sie das Studium an der FernUni begonnen, um sich selbst­ständig zu machen und eine eigene Berater­tä­tig­keit aufzu­bauen. Sie möchte den Ansatz der positiven Psycho­logie und der gewalt­freien Kommu­ni­ka­tion verfolgen, die mit dem Syste­mi­schen Coaching kompa­tibel sind.

„Mit dem Studi­en­mo­dell des Insti­tuts für wissen­schaft­liche Weiter­bil­dung der FernUni bin ich sehr zufrieden,“ sagt Ursula Gaillard. Von den virtu­ellen Anteilen in ihrem Fernstu­dium profi­tiert sie gleich doppelt: Einer­seits kann sie dank ihnen zeitlich und örtlich unabhängig studieren, anderer­seits liegt auch die Zukunft der syste­mi­schen Beratung in hybriden Settings. So sammelt sie nebenbei wichtige metho­di­sche Erfah­rungen – etwa mit Online-Sitzungen. Auch die Lernma­te­ria­lien bewertet sie positiv: „Die Dokumente sind nicht überladen, sondern schlicht und verständ­lich gehalten.“

Ursula Gaillard ist erst spät zum Apnoe-Tauchen gekommen. Heute liebt sie den Sport. Deshalb hält sie auch nichts davon ab, den Spätein­stieg in die Wissen­schaft zu wagen: Nach ihrer positiven Erfah­rung mit der Weiter­bil­dung in Hagen erkun­digt sie sich nun nach Möglich­keiten für eine Promo­tion.

 

Autor: Carsten Sander