Im Gespräch mit Sebastian Schneider, Geschäftsführer des VfL Eintracht Hagen und Ambassador der Weiterbildung Sports Business Management
Wer mit Sebastian Schneider spricht, spürt sofort, dass er jemand ist, der Verantwortung übernimmt – auf und neben dem Spielfeld. Der ehemalige Handballprofi kennt die Dynamik des Sports aus eigener Erfahrung und weiß, wie entscheidend es ist, rechtzeitig über die eigene Karriere hinauszudenken. Heute führt er als Geschäftsführer den VfL Eintracht Hagen und engagiert sich als Ambassador für die Weiterbildung Sports Business Management.
Vom Leistungssport in die Führungsetage
„Ich wollte schon als Kind Handballprofi werden – das war mein großes Ziel“, erzählt Herr Schneider. „Ich habe früh alles darauf ausgerichtet und wusste, dass ich für diesen Traum arbeiten muss.“ Sein Weg führte ihn über die Jugendnationalmannschaft bis in die Handball-Bundesliga, wo er für Flensburg-Handewitt, Lemgo, die Füchse Berlin und andere Clubs spielte. „Aber Handball ist nicht Fußball. Selbst auf Topniveau bedeutet das nicht, dass man ausgesorgt hat. Ich wollte daher immer verstehen, was hinter dem Sport passiert – wie Vereine organisiert sind, wie Entscheidungen getroffen werden.“
Parallel zum Profisport bildete er sich kontinuierlich weiter: absolvierte Zertifikatskurse, besuchte BWL-Module, sammelte berufliche Erfahrungen in der Industrie. „Ich habe nie alles zu Ende gebracht, aber viel mitgenommen. Und das hat mir später enorm geholfen.“
2015 zog es ihn zurück nach Hagen, wo er seine Laufbahn beim VfL Eintracht Hagen fortsetzte. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahr 2019 wechselte Herr Schneider in die Sport-IT-Branche und betreute dort zahlreiche Bundesliga-Clubs sowie einen bekannten Brausehersteller, der Flügel verleiht. „Das war eine spannende Zeit. Ich habe gesehen, wie sehr Daten, digitale Prozesse und professionelle Strukturen den Sport prägen. Aber ich habe auch gemerkt: Mein Herz schlägt für den Vereinssport, da, wo man direkt etwas bewegen kann.“
Während seiner beruflichen Tätigkeit in der Sport-IT setzte er sich zudem ehrenamtlich beim VfL Eintracht Hagen als Abteilungsleiter Handball und Jugendkoordinator ein. Schritt für Schritt übernahm er mehr Verantwortung – bis er 2024 in die Geschäftsführung wechselte. „Der Entschluss war nicht leicht. Ich hatte eine stabile berufliche Position, war viel unterwegs, das Einkommen stimmte. Aber ich wollte mehr als Routine – ich wollte etwas gestalten, das bleibt. Für den Sport, den Verein und für Hagen.“
Bildung als Motor für Entwicklung
In seiner neuen Rolle verbindet er zwei Welten: Sport und Management. „Man braucht im Sport mehr als Leidenschaft. Es geht um Strukturen, Kommunikation, Führung und Verantwortung. Diese Fähigkeiten werden selten trainiert, sind aber entscheidend, wenn man langfristig erfolgreich sein will.“ Als Ambassador sieht er es als seine Aufgabe, diese Perspektive weiterzugeben. „Ich finde es großartig, dass die FernUni mit Sports Business Management ein Programm anbietet, das genau diese Brücke schlägt. Der Sport tickt anders als klassische Unternehmen – es geht um Emotionen, öffentliche Wahrnehmung und unvorhersehbare Situationen. Hier lernt man, mit diesen Besonderheiten professionell umzugehen.“
Flexibles Lernen – echte Chance für den Sport
Die Digitalisierung hat für ihn vieles verändert. „Zu meiner Zeit war Weiterbildung neben dem aktiven Sport kaum möglich. Heute kann man von überall lernen – im Bus, im Hotel, im Trainingslager. Das macht es leichter, sich Wissen anzueignen, ohne auf den Sport verzichten zu müssen.“ Besonders wichtig ist ihm, jungen Sportler:innen die Bedeutung eines zweiten Standbeins zu vermitteln. „Eine Verletzung, eine sportliche Entscheidung – alles kann sich von einem Tag auf den anderen ändern. Wer rechtzeitig anfängt, sich weiterzubilden, kann nach der aktiven Karriere direkt durchstarten. Das ist kein Plan B, sondern ein Plan für die Zukunft.“
Über Haltung und Zielstrebigkeit
„Im Sport zählt der Moment“, sagt Herr Schneider überzeugt. „Viele warten auf den perfekten Zeitpunkt – aber den gibt es nicht. Wer Ziele hat, sollte sie jetzt angehen. Auf morgen zu setzen, heißt oft, Chancen zu verpassen.“ Diese Haltung spiegelt sich auch in seiner Arbeit beim VfL Eintracht Hagen wider. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel verändert – Prozesse modernisiert, Verantwortung neu verteilt und Ziele definiert, die realistisch und zugleich mutig sind. Mir geht es darum, Strukturen zu schaffen, die bleiben. Hagen hat enormes Potenzial, und Sport kann ein echter Motor für Zusammenhalt, Bewegung und Entwicklung sein.“
Er sieht in der Zusammenarbeit mit Partnern wie der FernUniversität eine große Chance für die Region: „Wenn Sport, Wissenschaft und Wirtschaft an einem Strang ziehen, entsteht etwas, das weit über den Handball hinausreicht. Das stärkt Hagen – und zeigt, wie viel möglich ist, wenn man gemeinsam denkt.“
Bildung als Schlüssel für Entwicklung
Sebastian Schneider ist überzeugt, dass sportlicher Erfolg und persönliche Weiterentwicklung untrennbar zusammengehören. „Im Sport geht es immer darum, besser zu werden – körperlich, mental, aber auch in der Art, wie man organisiert und führt“, sagt er. „Wer Verantwortung übernimmt, sollte verstehen, wie der Sport als System funktioniert. Wissen schafft Sicherheit – und eröffnet neue Perspektiven.“
Die Weiterbildung Sports Business Management an der FernUniversität in Hagen knüpft genau daran an: Sie vermittelt die Grundlagen, um Sport aus Managementsicht zu verstehen und zu gestalten. Der Anmeldezeitraum für das Sommersemester beginnt am 1. Dezember - Interessierte können sich ab diesem Zeitpunkt anmelden oder sich vorab unverbindlich vormerken lassen, um über Termine und Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden zu bleiben.




