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Man muss es jetzt tun – nicht morgen

„Eine Frau und ein Mann stehen nebeneinander im Freien. Beide lächeln in die Kamera. Die Frau hält einen Fußball, der Mann hält ein gelb-grünes Sporttrikot mit der Nummer 23 hoch.“

Im Gespräch mit Sebas­tian Schneider, Geschäfts­führer des VfL Eintracht Hagen und Ambassador der Weiter­bil­dung Sports Business Manage­ment

Wer mit Sebas­tian Schneider spricht, spürt sofort, dass er jemand ist, der Verant­wor­tung übernimmt – auf und neben dem Spiel­feld. Der ehema­lige Handball­profi kennt die Dynamik des Sports aus eigener Erfah­rung und weiß, wie entschei­dend es ist, recht­zeitig über die eigene Karriere hinaus­zu­denken. Heute führt er als Geschäfts­führer den VfL Eintracht Hagen und engagiert sich als Ambassador für die Weiter­bil­dung Sports Business Manage­ment.

Vom Leistungs­sport in die Führungs­etage

„Ich wollte schon als Kind Handball­profi werden – das war mein großes Ziel“, erzählt Herr Schneider. „Ich habe früh alles darauf ausge­richtet und wusste, dass ich für diesen Traum arbeiten muss.“ Sein Weg führte ihn über die Jugend­na­tio­nal­mann­schaft bis in die Handball-Bundes­liga, wo er für Flens­burg-Hande­witt, Lemgo, die Füchse Berlin und andere Clubs spielte. „Aber Handball ist nicht Fußball. Selbst auf Topni­veau bedeutet das nicht, dass man ausge­sorgt hat. Ich wollte daher immer verstehen, was hinter dem Sport passiert – wie Vereine organi­siert sind, wie Entschei­dungen getroffen werden.“

Parallel zum Profi­sport bildete er sich konti­nu­ier­lich weiter: absol­vierte Zerti­fi­kats­kurse, besuchte BWL-Module, sammelte beruf­liche Erfah­rungen in der Indus­trie. „Ich habe nie alles zu Ende gebracht, aber viel mitge­nommen. Und das hat mir später enorm geholfen.“

2015 zog es ihn zurück nach Hagen, wo er seine Laufbahn beim VfL Eintracht Hagen fortsetzte. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn im Jahr 2019 wechselte Herr Schneider in die Sport-IT-Branche und betreute dort zahlreiche Bundes­liga-Clubs sowie einen bekannten Brause­her­steller, der Flügel verleiht. „Das war eine spannende Zeit. Ich habe gesehen, wie sehr Daten, digitale Prozesse und profes­sio­nelle Struk­turen den Sport prägen. Aber ich habe auch gemerkt: Mein Herz schlägt für den Vereins­sport, da, wo man direkt etwas bewegen kann.“

Während seiner beruf­li­chen Tätig­keit in der Sport-IT setzte er sich zudem ehren­amt­lich beim VfL Eintracht Hagen als Abtei­lungs­leiter Handball und Jugend­ko­or­di­nator ein. Schritt für Schritt übernahm er mehr Verant­wor­tung – bis er 2024 in die Geschäfts­füh­rung wechselte. „Der Entschluss war nicht leicht. Ich hatte eine stabile beruf­liche Position, war viel unter­wegs, das Einkommen stimmte. Aber ich wollte mehr als Routine – ich wollte etwas gestalten, das bleibt. Für den Sport, den Verein und für Hagen.“

Bildung als Motor für Entwick­lung

In seiner neuen Rolle verbindet er zwei Welten: Sport und Manage­ment. „Man braucht im Sport mehr als Leiden­schaft. Es geht um Struk­turen, Kommu­ni­ka­tion, Führung und Verant­wor­tung. Diese Fähig­keiten werden selten trainiert, sind aber entschei­dend, wenn man langfristig erfolg­reich sein will.“ Als Ambassador sieht er es als seine Aufgabe, diese Perspek­tive weiter­zu­geben. „Ich finde es großartig, dass die FernUni mit Sports Business Manage­ment ein Programm anbietet, das genau diese Brücke schlägt. Der Sport tickt anders als klassi­sche Unter­nehmen – es geht um Emotionen, öffent­liche Wahrneh­mung und unvor­her­seh­bare Situa­tionen. Hier lernt man, mit diesen Beson­der­heiten profes­sio­nell umzugehen.“

„Gruppenfoto einer Handballmannschaft in gelben und roten Trikots vor dem Gebäude der FernUniversität in Hagen. Vor der Gruppe steht eine breite Werbebande mit Vereinslogo und Sponsoren.“
Bild: FernUni Hagen
Flexi­bles Lernen – echte Chance für den Sport

Die Digita­li­sie­rung hat für ihn vieles verän­dert. „Zu meiner Zeit war Weiter­bil­dung neben dem aktiven Sport kaum möglich. Heute kann man von überall lernen – im Bus, im Hotel, im Trainings­lager. Das macht es leichter, sich Wissen anzueignen, ohne auf den Sport verzichten zu müssen.“ Beson­ders wichtig ist ihm, jungen Sportler:innen die Bedeu­tung eines zweiten Stand­beins zu vermit­teln. „Eine Verlet­zung, eine sport­liche Entschei­dung – alles kann sich von einem Tag auf den anderen ändern. Wer recht­zeitig anfängt, sich weiter­zu­bilden, kann nach der aktiven Karriere direkt durch­starten. Das ist kein Plan B, sondern ein Plan für die Zukunft.“

 Über Haltung und Zielstre­big­keit

„Im Sport zählt der Moment“, sagt Herr Schneider überzeugt. „Viele warten auf den perfekten Zeitpunkt – aber den gibt es nicht. Wer Ziele hat, sollte sie jetzt angehen. Auf morgen zu setzen, heißt oft, Chancen zu verpassen.“ Diese Haltung spiegelt sich auch in seiner Arbeit beim VfL Eintracht Hagen wider. „Wir haben in den vergan­genen Jahren viel verän­dert – Prozesse moder­ni­siert, Verant­wor­tung neu verteilt und Ziele definiert, die realis­tisch und zugleich mutig sind. Mir geht es darum, Struk­turen zu schaffen, die bleiben. Hagen hat enormes Poten­zial, und Sport kann ein echter Motor für Zusam­men­halt, Bewegung und Entwick­lung sein.“

Er sieht in der Zusam­men­ar­beit mit Partnern wie der FernUni­ver­sität eine große Chance für die Region: „Wenn Sport, Wissen­schaft und Wirtschaft an einem Strang ziehen, entsteht etwas, das weit über den Handball hinaus­reicht. Das stärkt Hagen – und zeigt, wie viel möglich ist, wenn man gemeinsam denkt.“

Bildung als Schlüssel für Entwick­lung

Sebas­tian Schneider ist überzeugt, dass sport­li­cher Erfolg und persön­liche Weiter­ent­wick­lung untrennbar zusam­men­ge­hören. „Im Sport geht es immer darum, besser zu werden – körper­lich, mental, aber auch in der Art, wie man organi­siert und führt“, sagt er. „Wer Verant­wor­tung übernimmt, sollte verstehen, wie der Sport als System funktio­niert. Wissen schafft Sicher­heit – und eröffnet neue Perspek­tiven.“

Die Weiter­bil­dung Sports Business Manage­ment an der FernUni­ver­sität in Hagen knüpft genau daran an: Sie vermit­telt die Grund­lagen, um Sport aus Manage­ment­sicht zu verstehen und zu gestalten. Der Anmel­de­zeit­raum für das Sommer­se­mester beginnt am 1. Dezember - Inter­es­sierte können sich ab diesem Zeitpunkt anmelden oder sich vorab unver­bind­lich vormerken lassen, um über Termine und Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen auf dem Laufenden zu bleiben.