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Höher? Weiter? Bildung! – Der Alumni Talk mit Frau Wies

„Illustration von zwei Personen, die in Sesseln sitzen und sich unterhalten; eine Person hält ein Dokument, während sie sich gegenseitig anschauen. Die Szene ist in Blau- und Lilatönen gestaltet.“

„Meine Sicht auf die Dinge ist nicht der Nabel der Welt.“

Vom Haupt­schul­ab­schluss über die Ausbil­dung zur Gärtnerin bis zur Leitung eines Jobcen­ters mit rund 130 Mitar­bei­tenden: Ulla Wies hat ihren beruf­li­chen Weg konse­quent durch Weiter­bil­dung gestaltet. Heute leitet die Sozial­ar­bei­terin und Sozial­päd­agogin das Jobcenter der Stadt Marl. Mit der Weiter­bil­dung Syste­mi­sches Coaching wollte sie nicht nur neue beruf­liche Perspek­tiven erschließen, sondern auch ihre Führungs­kom­pe­tenzen weiter­ent­wi­ckeln.

Weiter­bil­dung als roter Faden

Lernen begleitet Ulla Wies seit vielen Jahren. Nach ihrer Ausbil­dung zur Gärtnerin holte sie Schul­ab­schlüsse nach, quali­fi­zierte sich weiter und absol­vierte schließ­lich ein Master­stu­dium im Sozial­ma­nage­ment. Dort kam sie erstmals inten­siver mit syste­mi­schen Ansätzen in Berüh­rung. „In dem Studium habe ich erste Hinweise bekommen, dass das für mich ein inter­es­santer Ansatz sein könnte“, beschreibt sie den Ausgangs­punkt. Gleich­zeitig stellte sie sich die Frage, wie sie ihre sozial­ar­bei­te­ri­schen Wurzeln auch neben ihrer Leitungs­funk­tion weiter­leben könnte. Die Weiter­bil­dung Syste­mi­sches Coaching erschien ihr dafür als passende Verbin­dung aus fachli­cher Quali­fi­zie­rung und persön­li­cher Weiter­ent­wick­lung. Zudem wollte sie ihre Führungs­kom­pe­tenzen weiter ausbauen. Ihr Ziel war es, mit Menschen Entwick­lungen anzustoßen, ohne Entschei­dungen allein aus ihrer Führungs­rolle heraus vorzu­geben.

Verän­de­rungen begleiten statt Lösungen vorgeben

Beson­ders nachhaltig wirkte für sie das Modul „Verän­de­rungen begleiten“. „Da haben wir wahnsinnig viele Methoden auspro­biert. Das war so ein richtiges Feuer­werk“, erinnert sie sich. Viele der Ansätze konnte sie unmit­telbar in ihren Berufs­alltag übertragen. Dabei blieb die Weiter­bil­dung nicht auf theore­ti­sches Wissen beschränkt. Von Beginn an standen prakti­sche Erfah­rungen und eigene Coachings im Mittel­punkt. Gerade diese Verbin­dung aus Theorie, Anwen­dung und Refle­xion empfand sie als beson­ders wertvoll. Neben den Methoden gehörte auch die Ausein­an­der­set­zung mit der eigenen Persön­lich­keit zu den prägenden Erfah­rungen. „Profes­sio­na­li­sie­rung der Coach-Persön­lich­keit“ sei eines der anspruchs­vol­leren Module für Sie gewesen. Gleich­zeitig bot es die Möglich­keit, eigene Verhal­tens­weisen und Muster bewusster wahrzu­nehmen und weiter­zu­ent­wi­ckeln.

„Eine Person mit kurzen weißen Haaren sitzt entspannt auf einer Steintreppe im Freien. Sie trägt einen dunklen Schal, eine dunkle Jacke und helle Hosen. Im Hintergrund sind ein Gebäude mit großen Fenstern sowie Pflanzen und Sträucher zu sehen. Die Person blickt in die Kamera und lächelt leicht.“
Foto: Ulla Wies
Lernen in Gemein­schaft

Eine wichtige Rolle spielten auch die Lehrcoa­ches und die Gruppe. Ulla Wies beschreibt die Zusam­men­ar­beit als wertschät­zend und hilfreich – beson­ders die Entwick­lungs­ge­spräche gaben ihr Raum, die eigene Rolle als Coach zu reflek­tieren und persön­liche Stolper­steine genauer anzuschauen. Nachhaltig beein­druckt hat sie außerdem die Zusam­men­ar­beit mit den anderen Teilneh­menden. Anfangs stand sie den verpflich­tenden Inter­vi­si­ons­gruppen eher skeptisch gegen­über. Im Verlauf der Weiter­bil­dung änderte sich diese Einschät­zung grund­le­gend: „Die kolle­giale Beratung war unheim­lich fruchtbar, hat mich unheim­lich getragen, trägt mich auch jetzt noch.“ Die Gruppe besteht bis heute fort. Regel­mä­ßige Treffen und der fachliche Austausch gehören weiterhin zu ihrem Alltag.

Neue Perspek­tiven für Führung und Coaching

Die Weiter­bil­dung hat ihren Blick auf Menschen und Organi­sa­tionen verän­dert. Eine ihrer wichtigsten Erkennt­nisse beschreibt sie mit einem Satz, der sie bis heute begleitet: „Es könnte auch ganz anders sein.“ Dahinter steht die Ausein­an­der­set­zung mit Wahrneh­mung, Perspek­tiven und indivi­du­ellen Wirklich­keiten. „Immer ein bisschen im Blick zu haben, dass meine Sicht auf die Dinge nicht der Nabel der Welt ist“, fasst sie zusammen. Ebenso prägend war für sie die Arbeit mit dem Inneren Team. Zu verstehen, dass innere Anteile und persön­liche Erfah­rungen ihren Platz haben, habe ihr geholfen, sich selbst und andere besser zu verstehen. Diese Haltung beein­flusst heute auch ihre Arbeit als Führungs­kraft.

Beson­ders deutlich zeigt sich das in einem weiteren zentralen Lernim­puls: „Rat ohne Ratschlag.“ Gerade mit ihrer langjäh­rigen Führungs- und Fachex­per­tise sei die Versu­chung groß gewesen, schnell Lösungen vorzu­geben. Heute setzt sie stärker darauf, Menschen dabei zu unter­stützen, eigene Wege zu entwi­ckeln. „Die eigens erarbei­tete Lösung und der indivi­du­elle Weg ist für den Einzelnen oftmals erfolg­rei­cher.“

Weiter­ent­wick­lung mit nachhal­tigem Effekt

Mit Blick auf die Weiter­bil­dung zieht sie ein positives Fazit. Inhalt­lich würde sie nichts anders machen. Ledig­lich für sich persön­lich hätte sie sich rückbli­ckend mehr Zeit gewünscht: „Ich habe gemerkt, ich bin durch vieles einfach sehr, sehr schnell durch­ge­laufen.“ Dennoch überwiegt die Erfah­rung, durch die Weiter­bil­dung neue Perspek­tiven gewonnen und die eigene Haltung als Führungs­kraft und Coach weiter­ent­wi­ckelt zu haben.

Wer sich für die Weiter­bil­dung Syste­mi­sches Coaching inter­es­siert, findet weitere Infor­ma­tionen zu Inhalten, Ablauf und Anmel­dung auf der Website der FernUni­ver­sität in Hagen. Dort sind auch die Termine der regel­mäßig statt­fin­denden Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen zu finden, die nächsten beiden Veran­stal­tungen finden am 1. Oktober und 26. November statt. 

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