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Höher? Weiter? Bildung! – Der Alumni Talk mit der Apothe­ker­kammer Westfalen-Lippe

„Illustration von zwei Personen, die in Sesseln sitzen und sich unterhalten; eine Person hält ein Dokument, während sie sich gegenseitig anschauen. Die Szene ist in Blau- und Lilatönen gestaltet.“

Ein Team wächst zusammen

Als die Apothe­ker­kammer Westfalen-Lippe 2024 einen umfas­senden Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess anstieß, verän­derte sich auch ihre Führungs­struktur grund­le­gend. Erstmals wurde eine neue Führungs­ebene geschaffen. Der damalige stell­ver­tre­tende Haupt­ge­schäfts­führer – seit Januar 2026 Haupt­ge­schäfts­führer –, fünf Bereichs­lei­tungen aus Finanzen und Personal, Recht, Digita­li­sie­rung sowie Pharmazie und die Leiterin der Stabs­stelle interne Kommu­ni­ka­tion und Steue­rung bildeten fortan gemeinsam das neue Leitungs­team. Für die sieben Verant­wort­li­chen begann damit nicht nur eine organi­sa­to­ri­sche Verän­de­rung, sondern auch die Aufgabe, als Team zusam­men­zu­wachsen und ein gemein­sames Verständnis von Führung zu entwi­ckeln.

Schnell wurde deutlich, dass neue Organi­gramme allein noch keine neue Führungs­kultur schaffen. Verant­wor­tung sollte künftig auf mehrere Schul­tern verteilt, Entschei­dungen bereichs­über­grei­fend vorbe­reitet und strate­gi­sche Themen gemeinsam voran­ge­trieben werden. Um diesen Verän­de­rungs­pro­zess aktiv zu begleiten, absol­vierte das Team 2025 die speziell auf die Organi­sa­tion zugeschnit­tene Weiter­bil­dung Leader­ship und Organi­sa­ti­ons­ent­wick­lung am Institut für wissen­schaft­liche Weiter­bil­dung. „Wir wollten mit- und vonein­ander lernen“, beschreibt die Gruppe rückbli­ckend ihre Motiva­tion. Neben dem bewussten Teambuil­ding ging es vor allem darum, die unter­schied­li­chen Aufgaben, Perspek­tiven und Heraus­for­de­rungen inner­halb der Organi­sa­tion besser kennen­zu­lernen und gemeinsam eine langfris­tige strate­gi­sche Ausrich­tung zu entwi­ckeln.

Raum für Refle­xion

Über einen Zeitraum von elf Monaten beglei­teten vier Module, zwei Super­vi­sionen und ein gemein­samer Abschlusstag den Entwick­lungs­pro­zess. Anders als standar­di­sierte Programme orien­tierten sich Inhalte und Arbeits­weise konse­quent an den konkreten Heraus­for­de­rungen der Apothe­ker­kammer. Zwischen den Präsenz­phasen wurden neue Impulse unmit­telbar im Arbeits­alltag erprobt und in den folgenden Modulen gemeinsam reflek­tiert.

Viermal kam die Gruppe dafür nach Hagen. Die Präsenz­phasen boten bewusst Abstand zum Tages­ge­schäft und schufen Raum, aktuelle Frage­stel­lungen gemeinsam zu betrachten. Im Rückblick erinnern sich die Teilneh­menden weniger an einzelne Methoden als an die Möglich­keit, innezu­halten und den laufenden Verän­de­rungs­pro­zess aus einer neuen Perspek­tive zu betrachten. Gerade die beiden Super­vi­sionen hätten dabei eine beson­dere Rolle gespielt. Sie boten Gelegen­heit, den eigenen Weg zu reflek­tieren, Unsicher­heiten anzuspre­chen und Entwick­lungen bewusst einzu­ordnen. „Gerade in einem so dynami­schen Verän­de­rungs­pro­zess hat dieses bewusste ‚Heraus­treten’ aus dem Alltag sehr geholfen.”

alt= Sieben Mitglieder des Führungsteams der Apothekerkammer Westfalen-Lippe stehen gemeinsam im Freien vor einer Hecke und blicken lächelnd in die Kamera.
Hinten (v. l. n. r.): Sören Cromberg, Yvonne Schmees. Vorne (v. l. n. r.): Stefan Lammers, Fried­rich Averbeck, Sylvia Prinz, Ute Behle, Michael Schmitz.
Über Bereichs­grenzen hinaus

Mit der Zeit verän­derte sich nicht nur der Blick auf die eigene Rolle, sondern auch auf die Zusam­men­ar­beit inner­halb der Organi­sa­tion. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis war der Perspek­tiv­wechsel. Das gewach­sene Verständnis für die unter­schied­li­chen Verant­wor­tungs­be­reiche und der Blick auf die Gesamt­or­ga­ni­sa­tion bestimmen die Zusam­men­ar­beit bis heute. Beson­ders nachhaltig wirkten die Inhalte zum Change-Manage­ment. Viele Impulse begleiten den Verän­de­rungs­pro­zess weiterhin und fließen sowohl in größere Projekte als auch in alltäg­liche Entschei­dungen ein. Auch der Themen­block „Die Führungs­kraft als Coach“ mit seinen Gesprächs- und Refle­xi­ons­in­stru­menten habe neue Denkan­stöße gelie­fert. Eine zentrale Erkenntnis: Gute Führung hängt weniger von einzelnen Werkzeugen ab als von einem gemein­samen Verständnis dafür, wie Verän­de­rung gestaltet werden kann. „Viel stärker haben wir ein Verständnis dafür geschärft, wie man dahin kommt: Also wie man Führung bewusst gestaltet, Verän­de­rungen einführt und begleitet.”

Impulse für den Arbeits­alltag

Die gemein­same Weiter­bil­dung blieb nicht auf den Seminar­raum beschränkt. Bereits während der elf Monate wurden erste Verän­de­rungen im Arbeits­alltag sichtbar. Neue Kommu­ni­ka­ti­ons­wege entstanden, bereichs­über­grei­fende Arbeits­gruppen wurden gebildet und Projekte trans­pa­renter gesteuert. Gleich­zeitig entwi­ckelte das Leitungs­team ein Projekt- und Prozess­ma­nage­ment, das bewusst an die eigenen Bedarfe angepasst wurde und konti­nu­ier­lich weiter­wächst. Auch die Zusam­men­ar­beit verän­derte sich spürbar. Themen werden heute früher gemeinsam disku­tiert, unter­schied­liche Perspek­tiven bewusster einbe­zogen und Entschei­dungen stärker über Bereichs­grenzen hinweg vorbe­reitet. „Wir sprechen heute sehr viel klarer darüber, wer welche Rolle hat, welche Erwar­tungen bestehen und wie wir gemeinsam an Themen arbeiten wollen.” Für die Teilneh­menden zeigt sich darin, dass Organi­sa­ti­ons­ent­wick­lung kein einma­liges Projekt ist, sondern ein fortlau­fender Prozess. Viele Verän­de­rungen seien bereits etabliert, andere würden weiterhin gemeinsam entwi­ckelt.

Entwick­lung als Haltung

Elf Monate gemein­sames Lernen haben den Verän­de­rungs­pro­zess nicht beendet – sie haben ihm eine Richtung gegeben. Den größten Gewinn sehen die Teilneh­menden deshalb nicht in einem einzelnen Ergebnis, sondern in einem gemein­samen Verständnis davon, wie Entwick­lung gelingen kann. „Was uns alle eint, ist die Haltung, dass Entwick­lung kein abgeschlos­sener Zustand ist. Vieles ist angestoßen, einiges bereits etabliert – aber die Reise ist definitiv noch nicht zu Ende.” Rückbli­ckend würden die Teilneh­menden eine solche Weiter­bil­dung insbe­son­dere Organi­sa­tionen empfehlen, die sich in einem Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess befinden, bei denen Offen­heit für Verän­de­rung nicht nur ein Buzzwort ist, sondern eine Haltung und die Führung gemeinsam weiter­ent­wi­ckeln möchten.

Gerade diese Verbin­dung aus wissen­schaft­li­cher Fundie­rung und passge­nauer Inhouse-Konzep­tion bildet die Grund­lage weiterer maßge­schnei­derter Weiter­bil­dungen des Insti­tutes. Inzwi­schen wird das Konzept auch in einer weiteren Organi­sa­tion des öffent­li­chen Sektors als indivi­duell entwi­ckeltes Inhouse-Format umgesetzt. So entstehen Angebote, die Verän­de­rungs­pro­zesse nicht mit Standard­lö­sungen begleiten, sondern sich an den konkreten Heraus­for­de­rungen der jewei­ligen Organi­sa­tion orien­tieren.

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