„Ich wollte nie wieder hilflos sein, wenn ein Kind Unterstützung braucht.“
Ein Beruf mit Verantwortung, eine Weiterbildung mit Wirkung – Manuela Kölbl, 65 Jahre alt, hat viele berufliche Stationen erlebt, bevor sie in der Kindertagespflege ihre Berufung fand. Heute betreut sie Kinder mit Herz und Verstand – und weiß, wie wichtig fundiertes Wissen im Kinderschutz ist. Ihre Entscheidung für die Weiterbildung an der FernUniversität in Hagen war geprägt von einem konkreten Erlebnis – und dem Wunsch, sich für Kinder stark zu machen.
Vom Atelier in die pädagogische Praxis
Nach einer vielseitigen Ausbildung in Österreich und an der Meisterschule für Mode in München führte ihr beruflicher Weg sie zunächst in die Leitung eines eigenen Maßateliers und in die Kostümabteilung eines Münchner Theaters. Mit der Geburt ihrer Kinder kam der berufliche Wechsel – und mit ihm ein neues Tätigkeitsfeld: die Kindertagespflege.
„Ich wollte immer sinnstiftend arbeiten. Als ich mit Kindern zu tun hatte, wurde mir klar, wie viel Verantwortung in dieser Aufgabe steckt“, erzählt Frau Kölbl. „Kinder brauchen Bezugspersonen, die hinschauen – und wissen, was zu tun ist, wenn etwas nicht stimmt.“
Eine Situation, die alles veränderte
Die Entscheidung zur Weiterbildung fiel nach einer prägenden Erfahrung in ihrer täglichen Arbeit: „Ich hatte ein Kind in Betreuung, bei dem ich den Verdacht auf Vernachlässigung hatte. Doch niemand wollte das Thema wirklich ansprechen. Ich fühlte mich hilflos – und genau dieses Gefühl wollte ich nie wieder erleben.“ Aus dieser Erfahrung entstand der Entschluss, sich systematisch weiterzubilden, um künftig fachlich und rechtlich sicher handeln zu können. „Ich wollte wissen, wo ich ansetzen muss, um Gehör zu finden – und Mut haben, wenn andere lieber wegsehen.“
Lernen mit Disziplin, Humor und klarem Ziel
Die Vereinbarkeit von Beruf und Weiterbildung beschreibt Frau Kölbl als anspruchsvoll, aber machbar: „Es braucht Disziplin – und die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen. Manchmal bleibt anderes liegen, aber das ist in Ordnung, wenn man weiß, wofür man es tut.“ Besonders hilfreich fand sie die Weiterentwicklung der digitalen Lernumgebung: „Die neue Moodle-Struktur ist übersichtlich, und der Selbstlernkurs ergänzt die Studienbriefe hervorragend. Damit kann man das Lernen flexibel in den Alltag integrieren.“
Zwischen Theorie und Praxis
Als Quereinsteigerin empfand sie die Weiterbildung zunächst als theorielastig. „Ich habe deshalb nach dem Basismodul Hospitationen gemacht – das war der Schlüssel, um das Gelernte zu verankern.“
Ihr Engagement zahlte sich aus: „Bei den letzten Hospitationen durfte ich aktiv mitarbeiten und wurde nach meiner Meinung gefragt. Das hat mir gezeigt, dass die Weiterbildung wirkt – im Kopf und in der Praxis.“
Austausch als Motor
Besonders wertvoll war für sie der Austausch mit anderen Teilnehmenden: „Gerade, wenn man aus einem anderen Berufsfeld kommt, lernt man enorm viel voneinander. Lerngruppen und Gespräche helfen, fachliche Zusammenhänge besser zu verstehen – und motivieren, dranzubleiben.“
Von den Seminaren blieb ihr vor allem das Thema Häusliche Gewalt in Erinnerung: „Die Vielschichtigkeit dieses Themas hat mich sehr bewegt. Es zeigt, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist.“
Fachliche Sicherheit und persönliche Haltung
„Kinder zu schützen ist nicht nur eine Aufgabe von Fachkräften, sondern eine Haltung“, sagt Frau Kölbl. „Viele Menschen wollen helfen, wissen aber nicht, wie. Diese Weiterbildung öffnet den Blick – für Strukturen, für rechtliche Aspekte und für die Verantwortung, die wir alle tragen.“ Trotz der fehlenden InSofa-Anerkennung der Weiterbildung sieht sie in dieser eine wertvolle fachliche Ergänzung: „Gerade weil im Kinderschutz so viele Disziplinen zusammenwirken, braucht es Menschen, die fundiert, sensibel und vernetzt handeln.“
Blick nach vorn
Mit der Kombination aus beruflicher Erfahrung, pädagogischem Studium und der Weiterbildung Kinderschutz ist für Frau Kölbl klar, dass ihr Weg in der Kinder- und Jugendhilfe weitergeht. „Die Weiterbildung hat mir nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Sicherheit und Klarheit gegeben. Ich weiß jetzt, wie ich Kinder wirksam unterstützen kann – und das gibt mir Sinn.“
Wissen vertiefen, Verantwortung stärken
Wer das eigene Handeln im Kinderschutz weiter professionalisieren möchte, kann sich ganzjährig für die Weiterbildung Kinderschutz anmelden. Das flexible, digitale Studienformat verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praxisnahen Inhalten – ideal für Fachkräfte und alle, die Verantwortung im pädagogischen Alltag übernehmen.
Ergänzend dazu bietet das neue Seminar „Pädagogische Einrichtungen als sichere Orte für Kinder“ eine praxisorientierte Möglichkeit, Schutzkonzepte zu entwickeln und Prävention fest in den Strukturen von Einrichtungen zu verankern – ein wertvoller Baustein für alle, die Kinder nachhaltig schützen möchten.



